1) LADAKH

Att. - während der Monsunzeit vom Juli bis Sept. wegen der starken Regenfälle im Himalaya, nicht zu empfehlen - ab Okt. bis Mitte Nov. ist die Ueberquerung des Himalaya noch möglich, später wegen des Schneefalls nicht mehr.

Allgemeiner Reisebeschrieb

Nachdem ich vor Jahren eine Tour mit dem Titel "Auf den Spuren des historischen Buddhas" (siehe Tour Nr. 3) angeboten hatte, stellten einige Teilnehmer mit Recht fest, dass sie es einerseits zwar sehr schätzten, die heiligen Stätten, wo vor gut zweieinhalbtausen Jahren jener Erleuchtete herumwandelte, kennengelernt zu haben.
Auf der andern Seite stellten sie jedoch fest, dass jene buddhistischen Pilgerstätten, die wir besuchten, sich gänzlich in hinduistisch geprägtem Umfeld befanden. Sie äusserten den Wunsch, auch einmal ein Gebiet kennen zu lernen, das ganz vom Buddhismus bestimmt sei.
Aus diesen Ueberlegungen heraus entstand also die Reise mit dem

Titel "Gelebter Buddhismus in LADAKH im Himalaya"
Ich hätte auch eine Reise in das chinesisch besetzten Tibet anbieten können. Dies wollte ich jedoch nicht, erstens weil ich den Unterdrückern nicht noch Devisen in die Schuhe schieben wollte und zweitens, weil dort sehr viele der alten Klöster während der sogenannten Kulturrevolution zerstört worden waren und die Ausübung des buddhistischen Glaubens noch heute stark behindert wird.
Nach Nepal, wo ca. 30 bis 40% der Bevölkerung Buddhisten sind, wollte ich aus Sicherheitsgründen auch nicht  reisen, weil dort leider von 1996 bis 2006 ein Bürgerkrieg herrschte, der über 10'000 Tote forderte.

So bot sich also das indische LADAKH an, wo unzählige zum Teil tausendjährige Klöster zu finden sind und der gelebte  Buddhismus einem täglich begegnet.

Das Haupttal von Ladakh entspricht dem oberen Industal mit dem fluss also, der dem ganzen subkontinent und dem grössten land darauf -Indien-mit einem siebtel der menschheit - und dessen hauptreligion, dem hinduismus, den namen gegeben hat.
Entlang dieses flusslaufes sind seit dem 8. jahrhundert buddhistische mönche von Indien nach Tibet gezogen, um dort die neue lehre zu verbreiten. Und überall auf ihrem wege gründeten sie klöster. Meistens sind sie in spektakulärer weise auf hohe felsvorsprünge gebaut worden.
Diese oft versteckten adlerhorste zu entdecken und zu besteigen ist jedesmal ein abenteuer.
Bei einer morgenlichen puja (gottesdiienst) in einem dieser klöster erleben wir den buddhismus mit allen unseren sinnen: Die düfte der brennenden räucherstäbchen und öllämpchen verbreiten sich im raum,
in dem die mönche mit ihren sonoren tiefen stimmen die gebete intonieren - unterbrochen von aufschreckenden muschelhorntönen, von oboen- und himalhorngeschmetter und trommelschlägen.
Diese mystische atmosphäre zu erleben, ist wirklich entrückend.

Zusammen mit einem einheimischen führer bestaunen und entschlüsseln wir die ikonografie der jahrhundertealten wandmalereien. Langsam kenne ich mich nun auch in der komplizierten figurenwelt des buddhismus aus, bestehen doch viele parallelen zum hinduismus, aus dem er ja schliesslich herausgewachsen ist.

Im ganzen besuchen wir sieben klöster, natürlich immer verbunden mit vielen kürzeren wanderungen, um auch die landschaftliche umgebung intensiver aufzunehmen.

 

Von der hauptstadt Leh (3500m) aus unternehmen wir
zwei 3 tagesausflüge:  Indus-abwärts gen westen und
- nach einer ruhepause zurück in  Leh -
nördwärts in ein grenzgegiet zu China, zu dem wir einen special-permit benötigen, über den höchsten pass (= La) der welt.

N.B. Die präsenz des militärs in diesen randzonen ist omnipotent.
Die Inder sind wachsam, seit ihnen die Chinesen 1959 - gleichzeitig mit der eroberung vom Tibet - ein riesiges gebiet widerrechtlich besetzten. Das junge selbständige Indien hat deswegen 1962 einen hoffnungslosen krieg gegen den grossen nachbarn geführt. Die entsprechenden gebiete sind immer noch umstritten. Doch China kann sich heute keine weiteren eskapaden mehr leisten, ist doch die weltmeinung  schon wegen Tibet gegen sie gerichtet - und Indien besitzt heute eine der grössten armeen der welt.
Also wieder  einmal mehr eine polarität: viele klöster einer friedvollen religion neben vielen militärlagern mit tausenden von fahrzeugen und soldaten.

Um die riesigen distanzen leibhaftig zu erleben, reisen wir auf dem landweg mit modernen, starken geländefahrzeugen quer über den gesamten  Himalaya - über 4000er und 5000er-pässe.
Die grossen höhenunterschiede verkraften wir gut, da wir langsam, mit unterbrüchen von mehreren tagen, das dach der welt überqueren. So hat der körper genügend zeit, zusätzliche rote blutkörperchen
zu produzieren.

Der oktober ist eine wunderbare reisezeit:
tagsüber blauer himmel  mit sommerlichen temperaturen - nachts jedoch winterliche kälte, sodass am morgen die bachränder vereist sind.
Ein ladakhi formulierte es einmal so: "Am tag holst du dir einen sonnenbrand und in der nacht frierst du dir die zehen ab."
Doch das passiert uns nicht, sind wir doch wohlausgerüstet mit 'hot water bottles' = bettflaschen.
Zwei weitere gründe für eine reise in dieser jahreszeit:
die landwirtschaftlichen kulturen präsentieren sich von der goldigsten seite - und zwar im wörtlichen sinne: überall wo wasser in ausgeklügeltem kanalsystem auf die fruchtbaren felder geleitet wird, wachsen winterweizen und vor allem hafer, das hauptnahrungsmittel dieser bergbevölkerung (eng. barley, ladakhi tsampa).
Diese felder samt den pappel- und weidenhainen, die sie umgeben, sind nun im herbst nicht mehr grün wie im sommer, sondern eben goldgelb.
Diese knorrig-buschigen weidenbäume und die hochaufragenden pappeln erinnern mich an Italien mit seinen olivenbäumen  und den schlanken zypressen - den zeigefingern gottes.
Ein letzter vorteil dieser jahreszeit: die touristen-hochsaison ist vorüber, die leute sind gelassener und freuen sich an den wenigen restkunden und auf die bevorstehenden geruhsamen  wintermonate -abgeschnitten vom rest der welt.

Wer sich  für diese wunderbare  reise über die höchsten berge
der welt definitiv anmeldet - je früher, um so besser, wegen
der flugreservationen - dem sende ich gerne das detaillierte reiseprogramm.

Julee julee (sprich 'dschulee')  = berüssung und abschied auf ladakhi

Bitte an Interessierte weiterleiten. Danke.
Jüzef Edelmann - Berlig 134 - 9621 Oberhelfenschwil
Tel. Combox 079-68 34 328 - juezefedelmann@yahoo.de